Dein Onlinekurs auf der Plattform Udemy: Ja oder nein?

Udemy (abgeleitet von „Academy for you“) ist die weltweit größte Onlinekursplattform, auf der auch ich seit einigen Jahren vertreten bin - und das sehr erfolgreich. Mit über 55.000 TeilnehmerInnen bin ich die führende weibliche Dozentin im deutschsprachigen Raum. Meine durchschnittliche Kundenbewertung liegt bei 4,5 von 5 Sternen. So weit - so toll! Meine Erfahrungen mit der Plattform Udemy möchte ich heute mit dir teilen. Denn immer wieder werde ich gefragt, ob es sinnvoll ist, Kurse auf Udemy zu stellen, oder nicht. Die Antwort: es kommt darauf an, welche Ziele du mit deinem Onlinekurs verfolgst.

Überlege dir das Ziel deines Onlinekurses

Als erfahrene Anbieterin habe ich drei Hauptanliegen identifiziert, warum jemand einen Online Kurs in seine Angebotspalette aufnehmen möchte:

1.   Passives Einkommen generieren (du weißt schon „Geld verdienen im Schlaf“)

2.   Reichweite aufbauen und damit neue Kontakte und Käufer finden

3.   Expertenstatus zu deinem Thema aufbauen und verstärken

Das sind die Ziele, die meist spontan mit Online Kursen assoziiert werden. Der Weg funktioniert natürlich umgekehrt. Also zuerst Expertenstatus, dann Reichweite und erst in Folge das Einkommen. So sieht es mit diesen drei Zielen auf Udemy aus

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Sichtbarkeit und Expertenstatus

Die eigene Expertise zu zeigen und mit deinem spezifischen Thema verbunden zu werden, ist gut und wichtig. Eine international agierende, große Plattform wie Udemy bietet dazu Gelegenheit. Du kannst dir einen Expertenstatus aufbauen und „Social Proof“ gewinnen. Dabei befindest du dich in guter Gesellschaft. Bekannte Persönlichkeiten wie der Top-Marketer und Bestseller-Autor Seth Godin und viele mehr sind auf Udemy mit ihren Kursen vertreten. Auch hier gibt es einen Algorithmus, der manche Anbieter pusht (Beispiel: Phil Ebiner, Fotograf/Filmemacher) und andere weniger.

Traffic, Kontakte und Kunden

Von vielen als Experte wahrgenommen zu werden ist das eine, die Kontakte das andere. Du kannst nicht ohne weiteres auf diese zugreifen, denn sie „gehören“ der Plattform. Aber auch dafür gibt es eine Lösung, wenn du sie kennst. Bei der Erstellung eines Kurses auf Udemy hat die letzte Lektion den Namen „Ressourcen“. An dieser Stelle ist es möglich, auf eigene Seiten zu verlinken und zu weiteren Angeboten zu leiten. Ich empfehle dir, das als längerfristige Strategie unbedingt zu nützen. Meine Erfahrung: Teilnehmer der (oft sehr günstigen) Kurse auf Udemy wurden später Kunden meiner höherpreisigen Programme. Diese hoste ich übrigens ausschließlich auf meinen eigenen Memberseiten.

Passive Einnahmequelle

Der Gedanke vom passiven Einkommen ist sehr verlockend. Du kannst dich durch Verpacken deiner Expertise in Onlinekurse „multiplizieren“, dein Wissen viel mehr Menschen zur Verfügung stellen und so der Zeit-Gegen-Geld-Falle entfliehen. Der Verkaufsprozess ist automatisiert, dein Kurs kann rund um die Uhr erworben werden. An dieser Stelle muss ich deine Begeisterung ein wenig dämpfen. Reich wirst du auf Udemy nicht, denn die Plattform setzt auf Niedrigpreis-Politik und Rabattaktionen (Kurse für 10 bis 15€). Die generelle Entscheidung für die Teilnahme an den Aktionen ist für die Anbieter freiwillig. Du kannst dir aber selbst vorstellen, was passiert, wenn dein Kurs in diesem Umfeld das 10- bis 20-fache kostet. Ich selbst erwirtschafte zwar ein durchschnittliches Monatsgehalt eines Vollzeitangestellten durch Udemy, habe aber auch fast 50 Kurse auf der Plattform. Das große Geld ist hier also nicht zu holen.

Fazit zu Udemy: Reich-weite ja. Reich-tum nein!

Interessenten schauen auf Udemy, weil sie sehr kostengünstige Kurse kaufen wollen. Zum Geldverdienen ist es daher weniger interessant. Dennoch kann Udemy eine gute Strategie für den längerfristigen Aufbau von Expertenstatus und Reichweite sein.

Mein Tipp: Erstelle einen kleinen „Appetizer“-Kurs, den du auf Udemy günstig oder sogar kostenfrei anbietest. So kannst du die große Plattform als Trafficquelle, für das Gewinnen neuer Kontakte und zum Aufbau deiner Bekanntheit als Experte nützen.

Deine höherpreisigen Produkte sind auf anderen Plattformen oder eigenen Membership-Seiten besser aufgehoben.

Und nun zu dir: Hast du Kurse auf Udemy? Planst du, Kurse auf Udemy zu stellen? Bist du schon als KundIn auf Udemy unterwegs?

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