Online Business ganz ohne Facebook. Geht das?

Viele denken, Online Business bedeutet, sich stundenlang auf Social Media herumzutreiben. Ich bin ehrlich: wenn sich mein Business nicht online abspielen würde, wäre ich persönlich vermutlich gar nicht auf Facebook anzutreffen. Für private Zwecke nütze ich es nur sehr sporadisch. Ich bin auch nicht rund um die Uhr erreichbar und damit auch keine typische Smartphone-Nutzerin. Also das Gegenteil von Menschen, die jeden ihrer Schritte sofort im Bild festhalten und beispielsweise auf Instagram posten. Selbst auf bedeutenden Events oder Kongressen vergesse ich - ohne die Erinnerung anderer - einfach darauf, Fotos zu machen oder zu posten, was ich hier Schönes mache. 

Facebook als Zeitfresser? Du hast es in der Hand.

Häufig höre ich, dass der Konsum von Social Media unheimlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Dazu kann ich nur sagen, dass das einzig und alleine du bestimmst. Für mich ist der Newsfeed praktisch nicht existent, ich widme ihm also keine Zeit. Du kannst auf Facebook sehr gut filtern, über wessen Aktivitäten du benachrichtigt werden möchtest. Such dir die für dich interessantesten aus und blende Nachrichten von Menschen aus, die du kaum kennst. Außer natürlich du möchtest wissen, was sie heute zu Mittag gegessen haben. Klassische Facebook-User scrollen durch den gesamten Newsfeed, zu dieser Gruppe zählen auch unsere potenziellen Käufer bzw. Kunden. Dann gibt es uns - die Content-Ersteller, also UnternehmerInnen, die auf sich aufmerksam machen und auf der anderen Seite eben die User – unsere potenziellen Kunden, die Facebook passiv und ziellos nutzen. 

Wie ich persönlich Facebook für mein Business nutze

Das persönliche Profil:

Stichwort „Das Internet vergisst nichts“. Übertriebene Angst ist nicht angebracht. Wie privat du dich zeigst, entscheidest du. Wenn du dich bei etwas nicht gut fühlst, dann poste es eben nicht. Meine persönliche Meinung: schutzbedürftige Kinder, die noch nicht selbst entscheiden können, sollten nicht für „Likes“ herhalten müssen. Größere Kinder können um Erlaubnis gefragt werden. Wenn sie zustimmen, kannst du es posten. Ein kleiner Einblick in dein privates Leben ist durchaus sympathisch. Aktuelles Beispiel: Meine Nina kommt heim.

Die Facebook-Seite:

Ein „Muss“ für berufliche Repräsentation. Dabei ist auf Rechtliches wie die Impressums-Pflicht zu achten und nur von deiner Business-Seite aus kannst du Facebook-Werbeanzeigen schalten. Betrachte die Seite als Schaufenster für dein Geschäft. Hier kannst du über deine Aktivitäten und Produkte sprechen sowie Content mit Mehrwert für deine Follower und Fans liefern. Die Reichweite ist mittlerweile stark gesunken. Nur etwa 5 bis 8% deiner Fans sehen überhaupt deine Inhalte. Trotz des geringeren Stellenwertes sollte ein Besucher deiner Seite einen klaren Eindruck von deinem Angebot und deiner Expertise bekommen. Die gute Nachricht: du musst nicht alles selbst machen. Die Be-treuung der Facebook-Seite kann ausgelagert werden. Scheduling Tools (für das Posten deines geplanten Contents) können dir ebenfalls das Leben erleichtern. Aktuelles Beispiel: Teilen von Blog-Beitrag.

Facebook-Gruppen:

In einer geschlossenen Gruppe kannst du Menschen versammeln, die an deinem Thema interessiert sind. Manche Experten empfehlen, sich so eine Community aufzubauen, um dann direkt in der Gruppe Käufer für seine Produkte zu finden. Ich selbst fahre eine andere Strategie. Ich habe eine eigene Gruppe für Interessenten und andere für die Käufer meiner verschiedenen Programme. Die Facebook-Gruppe für Interessenten füllt sich über Aktionen wie z.B. Challenges. Dann ist hier „Action“. Nach den Events wird es in der Gruppe wieder ruhiger. Ich fühle mich aber auch nicht verpflichtet, als „Animateur“ tätig zu werden. Denn wenn ich nichts zu sagen habe, sage ich eben nichts. Dann ver-schwende ich meine Zeit nicht und deine auch nicht. Im Übrigen rate ich dir dringend davon ab, Leute ungefragt zu Gruppen hinzuzufügen, das kommt meistens gar nicht gut an. 

Neben der Gruppe für Interessenten habe ich geschlossene Gruppen für die Teilnehmer meiner Programme. Für den intensiven Austausch in der jeweiligen Community und für gegenseitiges Feedback zu technischen, aber auch strategischen Fragen, die sich während des Business-Aufbaus ergeben. Die „Schwarmintelligenz“ hat einen hohen Stellenwert und kommt allen Teilnehmern zugute. Weiters ist das die geeignete Plattform, um auf Termine im Rahmen der Programme hinzuweisen. Auch in diesem Fall kann dich ein weiterer Administrator bei der Arbeit unterstützen und zeitnah Fragen der Community beantworten. Selbst wenn du einmal eine Weile nicht online bist.

Facebook-Werbung: ja, aber nur wenn du dich auskennst!

Wer sich mehr Kunden wünscht, denkt rasch an die Schaltung von Facebook-Anzeigen. Prinzipiell ist das eine gute Sache, doch „gewusst wie“ ist entscheidend. Als Einsteiger solltest du vorsichtig sein, damit du nicht unnötig Geld verbrennst. Ein typischer Anfängerfehler ist, Menschen mit Werbung direkt auf die Facebook-Seite oder Webseite zu führen. Mit einem kleinen Budget kannst du zwar die allerersten Likes für deine Facebook-Seite bekommen, das gelingt aber auch kostenlos, indem du einfach dein Netzwerk bittest. Ohne konkrete Handlungsaufforderung wird deine Anzeige nur wenig Wirkung erzielen. Auch die direkte Aufforderung zum Kauf eines Produkts ist selten erfolgreich. Da kann es passieren, dass das Werbebudget höher ist als der Verkaufserlös. 

Die weitaus bessere Strategie für Facebook-Werbung ist, Interessenten zu deinen kostenfreien Angeboten (Freebie, Challenge, Webinar) zu leiten. Noch zielführender ist ein mindestens zweistufiger Prozess. Schritt eins kann etwa die Bewerbung eines Content-Videos sein, im zweiten Schritt wendest du dich an jene, die das Video angesehen haben und sammelst ihre eMail-Adresse im Austausch gegen ein kostenfreies Produkt ein. 

Du siehst: es ist doch etwas komplexer als es auf den ersten Blick aussehen mag. Auf dem Weg können noch viele weitere Fehler gemacht werden. Welches Bild ist ansprechend, wie soll der Text sein, wer ist die Zielgruppe? Wenn du aber einmal gelernt hast, wie es funktioniert, sind Facebook-Anzeigen ein sinnvolles Tool, das auch ich regelmäßig in meinem Business nütze. Und wieder mein Tipp: auch für die Erstellung von Face-book Ads kann Outsourcing an Experten eine gute Lösung sein. 

Auf in dein - kontrolliertes und effizientes - Facebook Erlebnis!

Fazit:

Du bestimmst, wie du Facebook nützen möchtest.
Für UnternehmerInnen ist es der „Postausgang“.
Betrachte es als wertvolles Tool für dein Business.
Bei guter Planung ist der Zeitaufwand überschaubar

Was sind deine Herausforderungen mit Facebook? Wie stehst du dazu? Wie nutzt du Facebook?

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